Unsere Praxis in Hamburg-Neuenfelde!

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Interview vom 26.6.2008

Wolfgang Thomsen von „HP-Werkstatt“ interviewt Hans-Jörg Knobloch!

Thema: Ausbildung und Philosophie

WT:
Herr Knobloch, vielen Dank das Sie sich die Zeit für dieses Interview nehmen.
HJK:
Nun, jetzt kann ich ja wieder ein wenig durchatmen. Der Stress der letzten Tage und Wochen – wegen des Umzugs nach Neuenfelde – hat sich gelegt.
WT:
Sehr schön. Ich würde gerne wissen, welches Ihre Motivation für diesen Umzug war?
HJK:
Im Prinzip gibt es zwei Gründe dafür. Der erste Grund ist, dass meine Frau Anfang des nächsten Jahres auch als Zahnärztin mit mir zusammen praktizieren möchte und die Räumlichkeiten in Maschen mit Sicherheit nicht ausreichend gewesen wären.
WT:
Und der zweite Grund?
HJK:
Hatte vielleicht auch betriebswirtschaftliche Gründe. Allein in der Schulstrasse in Maschen gibt es neun Zahnarztpraxen.
WT:
Und Ihre bisherigen Patienten?
HJK:
Bevor ich diesen Schritt gewagt habe, erfolgten Gespräche mit sehr vielen meiner Patienten. Die Meisten haben mich ermuntert und wollen auch meine Patienten bleiben.
WT:
Sie haben sich, neben der allgemeinen Zahnmedizin, auf einigen Gebieten spezialisiert. Bevor ich Sie dazu befragen darf, würde mich interessieren wie Ihr beruflicher Werdegang war. Möchten Sie dazu etwas sagen?
HJK:
Ja gerne, fragen Sie nur.
WT:
Am besten wir fangen ganz von vorne an, was machten Sie nach dem Abitur?
HJK:
Ich habe nicht gleich studiert. Als junger Mann wollte ich etwas von der Welt sehen und bin zur See gefahren. Während dieser Fahrten habe ich meine Liebe für Südamerika entdeckt, insbesondere für Chile.
WT:
So viel ich weiß, haben Sie dort auch praktiziert. Dazu kommen wir vielleicht später noch. Mich würde interessieren, wann und wo Sie studiert haben und welche „Highlights“ eventuell darüber zu berichten sind.
HJK:
Studiert habe ich an der Universitätsklinik in Eppendorf. Mein Examen machte ich im Juni 1979. 1978 habe ich eine chirurgische Ausbildung am Sankt Josephstift in Bremen absolviert. Meine ersten praktischen zahnärztlichen Erfahrungen durfte ich 1979 bei Frau Dr. Cordes in Finkenwerder sammeln. Auf Empfehlung der Uni-Hamburg ging ich kurz darauf zu Lutz Koch nach Liebenau (Nienburg/Weser), der sich einen Namen in der Implantologie gemacht hat und das IMZ®-Implantat (Intramobiler Zylinder) entworfen hat, welches dann von Kirsch weiterentwickelt wurde. Als Assistent von Lutz habe ich ihn in der Entwicklungsgeschichte und Fortentwicklung begleitet und Fortbildungskurse vorbereitet. Es war eine schöne und lehrreiche Zeit für mich damals.
WT:
Wie beurteilen Sie heute die Implantologie, oder wie stehen Sie dazu?
HJK:
Wo sie wirklich notwendig ist, kann und sollte sie eingesetzt werden. Für mich steht aber nach wie vor im Vordergrund meine Patienten so zu beraten und zu behandeln, dass eine Implantation möglichst gar nicht erst notwendig wird.
WT:
Und wenn eine Implantation unumgänglich ist?
HJK:
Bin ich in erster Linie gegenüber meinen Patienten auf dem beratenden Sektor tätig, quasi als Zweitmeinung. In Zusammenarbeit mit meinem hervorragenden Kollegen und Implantologen Dr. Ole Richter in Hamburg am Johannisbollwerk, nehme ich dann die Planung und das Einsetzen der notwendigen Implantate vor.
WT:
Hat Herr Dr. Richter wie Sie eine Homepage, wo Ihre Patienten sich Informieren können?
HJK:
Ja, die Internetadresse lautet: http://www.praxis-am-johannisbollwerk.de/p_Zahnimplantat.html !
WT:
Wann haben Sie eigentlich Ihre erste eigene Praxis eröffnet?
HJK:
Das war 1982 in Seevetal-Maschen. Von 1983 bis 1984 absolvierte ich dann noch eine chirurgische Fortbildung bei Dr. Dr. Metz an der Kieferklinik in Hamburg-Ochsenzoll. Anfang 1995 habe ich dann die Praxis wieder verkauft und bin nach Santiago de Chile gegangen.
WT:
Warum haben Sie das denn gemacht?
HJK:
Nun, eingangs hatte ich ja schon erzählt, dass ich ein Südamerika-Fan bin. Es bestanden und bestehen viele freundschaftliche Kontakte. Über meine Freunde wusste ich von den katastrophalen Verhältnissen in Chile. Insbesondere bei der Landbevölkerung gab es nur eine zahnärztliche Behandlungsmethode, nämlich das Zähne ziehen.
WT:
War das Ihre Motivation nach Chile zu gehen?
HJK:
Ja! Allerdings spielte auch die Liebe zu dem Land eine Rolle. Jedenfalls möchte ich die Erfahrungen, die ich dort sammeln konnte heute nicht mehr missen. Die fünf Jahre waren sehr lehrreich für mich.
WT:
Inwiefern?
HJK:
Für mich steht seitdem absolut im Vordergrund: „Sauberkeit, Pflege, konservierende Versorgung mit guten Füllungen um teure Kronen, Brücken oder gar Implantate zu vermeiden. Ich verstehe meine Arbeit als zahnärztliche Kunst. Gewinnoptimierung steht bei mir nicht an erster Stelle. Deshalb habe ich mich auch auf Schmerz-, Angst- und Kinderpatienten spezialisiert, die bei mir z.B. in bestimmten Trancesitzungen (eine Art der Hypnose) behandelt werden können.
Ich bin z.B. auch ein DIR-Zertifizierter Zahnarzt (Dynamics and Intraoral Registration). Der nach einer Vermessung und Analyse der Bisslage mit dem funktionsdiagnostischen System, die Ursachen für vielfältige Beschwerden im ganzen Körper feststellen kann und in vielen Fällen erfolgreich therapieren kann. Hierüber gibt es übrigens auf meiner Homepage weitere Informationen.
WT:
Herr Knobloch, vielen Dank für das interessante Gespräch.